Erste Sternendämmerung ...

Die allerersten Aufzeichnungen von astronomischen Aktivitäten im Mariazellerland reichen bis in die Sechziger Jahre zurück, wo Günther Eder, heute der Obmann des Clubs, gespannt im Fernsehen die Landung von Neil Armstrong auf dem Mond verfolgte. So begann er, sich immer mehr für Astronomie und Raumfahrt zu interessieren und auch, die Sterne zu beobachten, Bücher zu lesen und später auch ein Teleskop zu kaufen. So ging es dann weiter und nach einiger Zeit hatte er beträchtliche Ausrüstung zusammengesammelt und eine Kuppel mit einem C8 auf dem Dach. Die Privatsternwarte, die auf seinem Haus errichtet ist, heißt übrigens Sternwarte St. Sebastian und liegt ganz in der Nähe von Mariazell.

1969-1992

Privatsternwarte St.Sebastian

Die Computer kommen/ CCD-Workshops...

Anfang der Neunziger begann Günther, sich auch mit Computern zu beschäftigen und er stieg gleich am Beginn in eine neue Technik der astronomischen Bildgewinnung, nämlich der CCD-Fotografie ein, er begann mit der damals üblichen ST4, momentan besitzt er eine ST7E und hat damit in den letzten Jahren eine beträchtliche Sammlung von Aufnahmen, die teilweise auch in unserer Image-Gallery zu finden sind. 1993 entstand dann die Idee zu einem Treffen von Leuten, die sich speziell für CCD-Kameras interessieren, im September 1993 fand dann der erste österreichische CCD-Workshop in St. Sebastian statt.

1993

 

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CCD-Workshop

Projekt : Volkssternwarte...

Nach einigen CCD-Workshops, vielerlei dort geknüpften Kontakten usw. spann sich zusätzlich auf quasi unabhägigem Wege dazu eine weitere Idee zusammen, wie man im Mariazellerland die Amateurastronomie noch weiter fördern könnte. Durch Volkshochschul-Astronomiekurse, die Günther ab 1994 abhielt, begannen sich auch viele "Einheimische" von Mariazell und Umgebung für die Astronomie zu interessieren. Die Themen, die bei den Kursen besprochen wurden, waren nicht nur rein theoretischer Natur, sondern auch praktisch wurde in Günthers Sternwarte und im Garten seines Hauses fleißig beobachtet, wie zum Beispiel die Einschläge des Kometen Shoemaker-Levy9 in den Jupiter. Während einer dieser warmen Sommernächte, in denen der bombardierte Jupiter beobachtet wurde, faßten dann die Anwesenden die zunächst richtig utopisch klingende Idee, nämlich, eine Volkssternwarte im Mariazellerland zu errichten. Das nicht nur, um Günthers Privatsternwarte etwas zu "entlasten" sondern auch um größeren Gruppen die Faszination des Sternenhimmels etwas näher bringen zu können. Diese Idee war wirklich etwas utopisch, glücklicherweise hatten Günther und ich schon etwas Erfahrung mit Beobachtungsplätzen, die für ein solches Projekt in Frage kommen würden und so war bald die auf einer Anhöhe über Mariazell (ca. 1000m ü.d. Meeresspiegel) liegenden "Stehralm", benannt nach dem benachbarten Landwirt Stehr, ein passendes Grundstück gefunden. Noch in dieser Nacht wurde ein "Proponentenkommitee zur Gründung einer Volkssternwarte im Mariazellerland" gegründet, und nach vielem bürokratischen Aufwand war es dann möglich, im darauffolgenden April einen rechtlich abgesicherten Verein zu gründen. Die ersten wesentlichen Schwierigkeiten, die Finanzierung und das Grundstück stellten dank guter Zusammenarbeit der Stadt Mariazell kein unlösbares Problem und wir bekamen das Grundstück von der Stadt Mariazell zu Verfügung gestellt. Auch die meisten anderen Probleme eines solchen Projektes konnten bis heute wegen des beachtlichen Einsatzes unseres Obmannes Günther Eder, unseres Obmann-Stellvertreters unseres Kassiers Dir. Hans Pichler, die vielen freiwilligen Arbeitsstunden unser Mitglieder, den Einsatz einiger bekannter Personen der österreichischen Amateurastronomieszene und durch die finanzielle Unterstützung der RAIBA Mariazell gelöst werden.

 

1994

SBig St6-CCD-Kamera

Altes Logo

Der Bau beginnt...

Im Juni 1995 geht es dann endlich los, alle Formalitäten sind erledigt, alle Genehmigungen erteilt, finanzielle Ressourcen zusammengetragen, so montieren freiwillige Arbeitskräfte erst einmal den Zaun um das neue Grundstück. Das erste Teleskop, das auf der Stehralm plaziert wurde, ist Günthers 5"-Refraktor, den ein eigens dafür konstruiertes Häuschen aus Aluminium umgibt, damit die Sicherheit auf dem fernen Berge gewährleistet ist. Erste Beobachtungsabende werden abgehalten, viele Clubmitglieder erfreuen sich erstmals der schönen Aussicht direkt auf die Basilika Mariazell hinunter, an dem fast perfekten Horizont für alpine Verhältnisse, an der sehr klaren und dunklen Luft in der Nacht, die nächsten Städte sind mindestens 50km weit weg. Im September 1995, beim 3. österreichischen CCD-Workshop besuchen schon einige der Teilnehmer das Grundstück, einer davon meint verstohlen : "Wenn das hier fertig ist, dann wird es sicherlich eine der schönsten Sternwarten von Österreich". Nach einem solchen Kompliment nahmen wir uns natürlich vor, uns im nächsten Jahr noch mehr ins Zeug zu legen. Wir verstauten das Teleskop, erließen eine generelle Winterruhe über der Stehralm, die nur hie und da durch einsame Astronomen unterbrochen wurde, die es sich auch bei Eiseskälte nicht nehmen ließen, den dunklen Himmel über der zukünftigen Sternwarte mit dem Feldstecher abzusuchen.

1995

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Gründungsversammlung am 1.4.1995

Einfriedung des Grundstücks

Beobachtungsstation

Winter 1995/96

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Ein anstrengendes Jahr - 1996
Die erste Homepage...

Das erste Ereignis, das man 1996 in der Welt von den Astronomen in Mariazell vernimmt, kommt übers neue Informationsmeduim, dem Internet. Meine eigene Wenigkeit hatte die Möglichkeit wahrgenommen, bei damaligem Internet-Gastgeber Heiko Schwarz in Graz eine Homepage für den Verein zu bekommen, danke nochmals Heiko! Nach einigen typischen htm-Problemchen ging dann die ASTROTEAM MARIAZELLERLAND HOMEPAGE am 1. Juli 1996 auf Sendung,. Es gab viele, vorwiegend positive Reaktionen von ausländischen und österreichischen Amateurastronomen, wobei in österreichischen Einzelfällen bemängelt wurde, daß die gesamte Homepage "nur" in englischer Sprache vorlag. Später kam aber doch eine deutscher Teil dazu.

Während die nach Graz ausgewanderten Mariazeller noch an der Homepage tüftelten, lief in Mariazell schon die "Baumaschinerie" der begeisterten Mariazeller Amateurastronomen an, es wurden wirklich keine Kosten und Mühen gescheut, um das Projekt : "Volkssternwarte Mariazellerland" nun auch praktisch in die Tat umsetzen. Eine kleine Aufzählung der Baumaßmahmen bestätigt dies : zuerst wurde das Fundament des ca. 80 Quadratmeter umfassenden Hauptgebäudes ausgehoben, mit Sand und Beton dann gefestigt und einzementiert. Nach dem Trocknen wurde dann mit den Maurerarbeiten begonnen. Die achteckige Konstruktion weist einen Hauptaufenthaltsraum, einen Computerraum und ein Archiv auf, dazu kommen noch eine Toilette und eine Abstellkammer, sowie eine Betonstiege hinauf zur Kuppel. Nach dem zwei Wochen dauernden Arbeiten konnte man danach mit dem Bau der Decke beginnen, es handelt sich hierbei um eine 50cm dicke Betondecke, die die gesamte Fläche überdacht. Zur Erhöhung der Stabilität wurden überdurchschnittlich viele Stahlgitter in die Decke eingelassen. Als nach ein paar Wochen alles ausreichend getrocknet war, wurde im September mit der Konstruktion des Holzdaches begonnen, es wurde schon der Kranz für die Kuppel gelegt, die einen Durchmesser von 5m aufweisen wird. Der letzte Abschnitt war dann Ende Oktober, wo die Fenster und Türen der Sternwarte geliefert und eingebaut.

Der Verein war beim Stadtfest Mariazell präsent und faszinierte viele Touristen mit Anblicken der Sonne und des Mondes. Im August 1996 war ein Team des steirischen Rundfunks bei unserer Sternwarte zu Gast und drehte einen 3-minütigen Film über unsere Projekt. Der Beitrag wurde in Steiermark Heute und in Willkommen Österreich ausgestrahlt. Bei der teilweisen Sonnenfinsternis im Oktober 1996 herrschte reger Andrang an der Beobachtungsstation - so mancher machte seine ersten astronomischen Erfahrungen.

Was natürlich hinter dieser kurzen Aufzählung der Bauarbeiten steht, kann anhand der gezeigten Bilder geahnt werden, unzählige freiwillige Arbeitsstunden machen zusammen schon eine ganze Menge aus und erleichtern das Budget des Vereins maßgeblich. Das letzte hier aufgezählte Ereignis war die partielle Sonnenfinsternis vom 12.10.1996, wo sich Clubmitglieder, ungefähr 20 Personen aus Mariazell sowie einige Touristen auf der Sternwarte versammelten, um diesem Naturschauspiel beizuwohnen.

 

1996

Aufschliessungsarbeiten

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Aufbau des..

Mauerwerkes

Schalungsarbeiten

Dreharbeiten für "Steiermark aktuell"

 

Der Bau geht weiter ...

Nach der Fertigstellung der Infrastruktur (Strom-, Telefon- u. Wasserzuleitung) erfolgte der Spatenstich. Anschließend ging die Bautätigkeit recht flott weiter und alsbald präsentierte sich ein wohldurchdachter Rohbau entsprechend dem vorliegenden Bauplan. Bis zum Einbruch des Winters wurde der Rohbau exklusive der Kuppel fertiggestellt und auch die Fenster und die Außentür eingesetzt. Das Dach wurde vorerst mit Dachpappe eingedeckt und die Kuppelöffnung mit einer provisorischen Bauplastikhaube dicht gemacht. In den ersten Tagen des Jahres 1997 war es uns entsprechend dem schneearmen Winter möglich, verschiedene Innenarbeiten druchzuführen; so wurde mit der Elektroinstallation begonnen. Am Herzstück unserer Sternwarte, der 5m-Kuppel wurde zu Pfingsten mit den Bauarbeiten begonnen. Unser Mitglied Ägydius Sommerauer ermöglichte uns, den Rohbau der Kuppel in einem Wirtschaftsgebäude des Gutes Grubau vorzunehmen. So konnten wir bei jedem Wetter arbeiten und schafften es, den Kuppelrohbau (ohne Spaltschieber) in knapp fünf Wochen mit mehr als 300 freiwilligen Arbeitsstunden fertigzustellen. Am 18.Juni 1997 war es schließlich soweit: Mit Unterstützung der Fa. SCHEUCHER hievten wir die vier Kuppelteile auf das Sternwartedach und montierten sie vor Ort. Ein herzliches Dankeschön an alle Kuppelbauer!

Am 8. Juli 1997 starteten 12 Mann/Frau trotz widrigster Wetter-verhältnisse (Hochwasser) zum 1-Tages-Clubausflug nach Kärnten. Nachdem wir das Mariazellerland gerade noch vor Sperre der B 20 verlassen konnten, zeigte sich bereits nach dem Seeberg der Wettergott gnädig. Auf der Pack wurden wir dann von Sternfreund EBERHART freundlichst empfangen, nahmen beim Stiegenwirt ein hervorragendes Mittagessen ein und besichtigen anschließend die Sternwarte EDELSCHROTT. Danach gings weiter ins Planetarium nach Klagenfurt, wo uns eine tolle Sternenshow geboten wurde. Nach kurzer Kaffeepause bei inzwischen herr-lichem Sonnenschein wurden wir von Sternfreund PUGELNIG zur Sternwarte auf die Gerlitze geleitet. Dort bot nicht nur die Sternwarte, sondern auch das Panorama und die gute Verköstigung im Gerlitzenhaus Grund zum geistigen und körperlichen Relaxen. Gegen 22.00 Uhr gings dann wieder ab nach Hause - ein kurzer Zwischenstop in Friesach stimmte die Runde noch recht heiter. Ich glaube, es war ein recht netter Ausflug und wir haben astronomisch einiges geboten bekommen!

 

 

1997

Der Rohbau - wintersicher!

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Basiskranz der Beobchtungskuppel

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Anlieferung der Eigenbaukuppel

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Kuppelmontage

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Die Sternwarte im Aufbau......

Als die Finanzierung des Rohbaues der Sternwarte gesichert war, wurde im Mai 1996 mit den Bauarbeiten am Sternwartengebäude begonnen; mittlerweile ist das Objekt in seinen Grundzügen bereits fertiggestellt und die 5-Meter Kuppel in provisorischem Betrieb. Anfang Jänner 1998 wurde unser neues Großteleskop (ein computergesteuertes 40cm Schmidt-Cassegrain Teleskop der Fa. Meade) geliefert und in der Sternwarte montiert. First Light: 13.01.1998!

Die Beobachtungsstation befindet sich im südlichen Teil des Grundstücks der Sternwarte. Neben entsprechenden Sitz-gelegenheiten befindet sich in einer versperrbaren Alublechbox eine modifizierte Alt-4A-Montierung mit Goto-Funktion. Darauf montiert ist ein Lichtenknecker Refraktor AK125/1300mm mit Baader-Sonnenprotuberanzenansatz.

Das so montierte Vereinsfernrohr befindet sich auf exakt 1.008m Seehöhe - über der Inversionsschicht und selbstverständlich mit optimaler Horizont-Rundumsicht! Das Gelände der Sternwarte ist vom Stadtzentrum Mariazell aus mit dem Fahrzeug in nur 5 Minuten (ca. 15 Gehminuten) erreichbar; der Fahrweg wird auch im Winter von der Stadtverwaltung geräumt.

CCD-Workshop 1998. Wie in den vergangenen fünf Jahren hat das Astroteam Mariazellerland einen CCD-Workshop ausgerichtet. So trafen sich vom 18. bis 20. September 1998 wieder 44 Amateur- u Profiastronomen um sich über Neuerungen im Bereich der CCD-Technik zu informieren bzw. individuelle Erfahrungen auszutauschen.

 

1998

Sternwarte im Probebetrieb

Nordwestansicht

Beobachtung an der Aussenstation

Freude beim Beobachten

Blick zur Sternwarte

So siehts momentan aus ....

Seit seiner Gründung ist aus dem Astroteam Mariazellerland eine recht ansprechende Organisation geworden und zählt nun bereits 88 aktive und unterstützende Mitglieder. Weiters ist geplant, dieses Teleskop inklusive Betreuung gegen entsprechendes Entgelt an clubfremde Astroamateure/ Profis zu vermieten. Und jedes neue Mitglied bringt uns unserem Ziel näher. Deshalb erlauben hiermit, auch an Sie mit der Bitte heranzutreten, eine Mitgliedschaft im Astroteam Mariazellerland in Erwägung zu ziehen und unsere Bemühungen zu unterstützen. 

Mittlerweile wurde ein regelmässiger Führungsbetrieb aufgenommen, Daten dazu erhalten sie am Terminplaner.

 

seit 1999....

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Das Innenleben der Kuppel...

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... und der Büro(steuer)ecke

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mehr Bilder gibts in der Bildergalerie